Samstag, 11. Februar: 23:30 Uhr
Die Viertelfinale sind absolviert und die Halbfinalpaarungen
gelost. In der Neuauflage des letztjährigen Finales trifft
die Niederlande auf Schweden. Das Team Deutschland A mit Christian
Rudolph und Martin Horn bekommt es parallel dazu mit der Türkei
zu tun.
Die Türken mussten bis zuletzt um den Einzug in die Vorschlussrunde
bangen. Erst als Josef Philipoom für Belgien seinen ersten
Matchball ausließ - der Belgien als Ticket zum Halbfinale
genügt hätte - und Adnan Yüksel mit zwei riesig
schweren Positionen doch noch zum Satzausgleich kam, sorgte der
haushohe Sieg von Semih Sayginer gegen Francis Forton für
die Entscheidung. Sayginer und Forton lieferten sich im ersten
Satz eine Abwehrschlacht, die Forton in sage und schreibe 28 Aufnahmen
mit einem "Fuchs" ausstieß. Danach blitzte die
Klasse von Sayginer auf. Mit 15:3 in 2 und 15:5 in 4 Aufnahmen
wieß der Türke den belgischen Meister Forton in seine
Schranken. Ein umkämpfter 4. Satz ließ noch einmal
Hoffnung für Belgien aufkeimen. Aber ein deutliches 15:7
im 5. Satz brachte in der Addition 70:45, somit einen Vorsprung
von 25 Points. Yüksel lag zu diesem Zeitpunkt nur 49:58 zurück,
sodass Jozef Philipoom in einem Satz bis 15 einen Rückstand
von 16 Points hätte aufholen müssen. Folglich war die
Türkei uneinholbar vorne und das Match wurde von der Turnierdirektion
abgebrochen.
Ähnlich spannend ging es im vierten Viertelfinalspiel
zu. Japans Brett 2 Spieler Ryuji Umeda führte schnell und
holte den ersten Satz für die Asiaten. Torbjörn Blomdahl
brachte am Nachbartisch die Schweden in Führung. Hidashi
Kobayashi glich sofort aus, und auch der schwedische Meister Michael
Nilsson kam zum Satzausgleich. Dann hatte Umeda allerdings sein
Pulver verschossen und verlor 3:1 gegen Nilsson. Torbjörn
Blomdahl war begeistert über die Leistung seines Teamkollegen:
"Michael spielt derzeit klar besser als ich." Kobayashi
vergab einen Satzball zur Führung und musste den 3. Satz
mit 14:15 an Blomdahl abgeben. Da nutzte auch der souveräne
Vortrag in Satz 4 nichts mehr für die Japaner, in der Kobayashi
Blomdahl mit der Höchststrafe von 15:0 abfertigte.
20 Uhr

Krimi pur in der Viersener Festhalle. Deutschland steht im
Halbfinale der diesjährigen Wettkämpfe. Nach einer an
Siegeswillen nicht zu überbietenden Kampfpartie haben sowohl
Christian Rudolph gegen Tony Carlsen als auch Martin Horn gegen
Dion Nelin am Ende den Sieg in der Tasche. Frenetischer Jubel
kam auf, als Rudolph im 5. Satz den entscheidenden 15. Punkt machte.
Kurz zuvor hatte Horn, bereits fast aussichtslos zurückliegend,
die Partie noch zu seinen Gunsten gekippt. Der bedingungslose
Wille des Sportsoldaten und viele hundert Zuschauer in der ausverkauften
Festhalle brachten Nelin immer mehr aus dem Konzept, sodass dieser
am Schluss sogar einfachere Positionen ausliess.
Das Ballverhältnis sprach für die Dänen, Rudolph
musste gewinnen. Selbst eine noch so knappe Niederlage hätte
das Aus bedeutet. Rudolph: "Ich wusste zwar nicht genau,
wie es aussieht, aber mir war klar, dass ich gewinnen musste."
Im Parallelspiel revanchierte sich der Spanier Daniel Sanchez
für die Hauptrundenniederlage gegen Dick Jaspers in sehr
eindrucksvoller Manier. Mit 3:0 fegte er den Niederländer
von der Platte. Leider erging es seinem Teamkollegen Carlos Crespo
gegen Raymond Burgman noch schlimmer. Er entschied keinen Satz
für sich und gab über die gesamte Partie 20 Points ab.
Jaspers hingegen trotzte Sanchez zumindest in spannenderen Sätzen
knappere Entscheidungen ab und gab bei gleichem Satzverhältnis
lediglich 11 Points ab. Damit qualifizierten sich die Holländer
bei 2:2 Partiepunkten und 3:3 Satzpunkten über das besser
Ballverhältnis von 79:70.
16 Uhr
Auf Christian Rudolph und Martin Horn war wieder einmal Verlass.
Die Beiden, die schon zum zehnten Mal gemeinsam in Viersen die
deutschen Farben vertreten, schlugen zum Abschluss der Hauptrunde
Ecuador mit 2:0 und sicherten sich damit den Gruppensieg. Rudolph
und Horn spielten beide auf hohem Niveau und blieben gegen die
Südamerikaner ohne Satzverlust. Gegner der Deutschen im Viertelfinale
ist Dänemark.

Die Dänen hatten gegen die Türkei ein 2:2 erkämpft
und belegten damit in ihrer Gruppe Platz 2. Die Türkei als
Gruppensieger hat es in der Runde der letzten Acht mit den Belgiern
zu tun. Im Duell der beiden zweifachen Champions hatte Semih Sayginer
für die Türkei gewonnen, während Dion Nelin für
die Dänen triumphierte.
Der Kracher im Viertelfinale ist die Begegnung zwischen den
Niederlanden und Spanien. Die beiden waren schon in der Gruppenphase
aufeinandergetroffen. Da hatten die Holländer mit 4:1 Sätzen
die Nase vorne. In der letzten Begegnung des Viertelfinals muss
Titelverteidiger Schweden gegen Japan antreten.
13 Uhr
Titelverteidiger Schweden beendet die Hauptrunde als souveräner
Gruppensieger. Die Portugiesen dagegen müssen sich nach dem
0:2 gegen die skandinavier von der WM verabschieden. Platz 3 in
der Gruppe E hinter Japan reicht nicht für das Viertelfinale.
Torbjörn Blomdahl legte wie üblich mit einem glatten
Zweisatzerfolg über Jorge Theriaga den Grundstein zum schwedischen
Sieg. Michael Nilsson gab zwar einen Satz gegen Manuel Rui Costa
ab, drehte aber am Ende wieder groß auf und setzte sich
sicher mit 2:1 durch.
In der Gruppe F verpasste Österreich das Weiterkommen.
Nachdem Andreas Horvath gegen den excellent aufgelegten Niederländer
Raymond Burgman mit 0:2 verloren hatte, hätte Andreas Efler
unbedingt Ex-Weltmeister Dick Jaspers schlagen müssen. Doch
Jaspers unterstrich wieder einmal seine Wettkampfhärte und
bezwang den am Ende bitterlich enttäuschten Efler in drei
Sätzen. Mit diesem 2:0-Erfolg eroberte die Niederlande sicher
den Gruppensieg vor den Spaniern, die damit ebenfalls im Viertelfinale
stehen.
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