Deutschland ist raus
Die Spanier werfen die Deutschen aus
dem Turnier. Das Publikum wähnte Spanien als einen vermeindlich
leichten Gegner. Martin Horn sollte gegen den bis dahin nicht
besonders stark spielenden Ricardo Garcia hoch gewinnen und Christian
Rudolph sollte möglichst viele Sätze gegen Sanchez bestehen.
Doch es kam anders als das Wunschdenken der Zuschauer.
Martin Horn bekam gleich im ersten Satz den bis dahin ausgeruhten
Spanier zu fürchten, als er gleich mit einer 10er Serie loslegte.
Christian Rudolph gewann zwar Satz 1, aber von da an wechselten
sich die Satzverhältnisse immer ab. Daniel Sanchez glich
aus, genau wie Horn für am Brett 2. Rudolph legte wieder
einen Satz vor, Horn musste wiederum einem Satzrückstand
hinterher laufen. Sanchez und Horn glichen abermals aus. Der fünfte
und entscheidende Satz ging aber wieder an Garcia, Horn gab dabei
in Summe insgesamt drei Punkte ab. Rudolph selbst lag zu diesem
Zeitpunkt bei einer Gesamtsumme von 42:53 mit 11 Punkten hinter
Sanchez und hätte noch die fehlenden 3 vom Nachbartisch aufholen
müssen. Einzig ein 15:0 oder 15:1 hätte Deutschland
im Rennen gehalten, aber schon der Anfangsball von Rudolph lief
sehr unglücklich aus, sodass keine Serie folgte. Sanchez
machte einen Punkt, danach trafen beide zweimal nicht. Mit einer
Serie von 3 erlöste der kleine Spanier das Team von der iberischen
Halbinsel und Deutschland schied aus.
Keine Chance für Griechenland.
Während Deutschland gegen die Spanier noch spielt, ist am
Nebenticsh die Entscheidung schon längst gefallen. Ein glänzend
aufgelegter Dick Jaspers schlug Filipos Kasidokostas glatt in
drei Sätzen. dabei gab es im ersten Satz sogar die Höchststrafe
von 15:0. Da Raymond Burgman bereits den ersten Satz gegen Nikos
Polychronopoulos für sich entschied, was die Sache klar.
Die Holländer waren nicht mer einzuholen, die Partie Burgmans
wurde beim Stand von 10:9 abgebrochen.
Thriller zwischen Schweden und Belgien.
Die Belgier lassen Schweden zum Einzug in die Vorschlußrunde
mächtig zittern. Zunächst sah alles nach dem gewohnten
kurzen Prozess aus. Torbjörn Blomdahl lag schnell mit 2-0
Sätzen vorne, genau wie sein Partner Michael Nilsson. Allerdings
hatten beide die Rechnung ohne ihre Gegner gemacht. Von etlichen
belgischen Fans im Publikum getragen machten Eddy Leppens und
Francis Forton Punkt um Punkt. Leppens hatte schon Satz 2 nur
denkbar knapp mit 15:14 verloren, holte sich dann aber die Sätze
3 und 4 zum Ausgleich. Auch Forton glich sein Match gegen Nilsson
aus, damit stand es wieder pari. Satz 5 begann Blomdahl mit 9,
Leppens konterte mit 6, aber Blomdahl stieß in nur zwei
Aufnahmen den Satz und damit das Partie aus. In Summe hatten beide
Spieler 55 Points gemacht, sodass auch nach Karambolagen das Match
noch entschieden werden konnte. Die besseren Nerven hatte am Ende
Nilsson und gewann 15:5 im entscheidenden Satz. Schweden war drauf
und dran, den Nimbus der Unbesiegbarkeit zu verlieren.
Frankreich gegen Korea wirkte zu Beginn auch recht einseitig. Kim Kyung Roul und Sung Won Choi führten beide mit 2:0, bis die Franzosen Jérémy Bury und Jean-Christophe Roux Gegenwehr zeigten und ebenfalls je einen Satz gewannen. Als Kim Kyung Roul jedoch in Satz 4 den Sack zumachte, war Korea uneinholbar vorne. Frankreich konnte im Satzverhältnis nict mehr gleich ziehen und der Schiedsrichter brach beim Stand von 10:10 den vierten Satz zwischen Sung Won Choi und Roux ab.

15:30 Uhr
Die Auslosung der Viertelfinale führt zu folgenden Begegnungen. Um 16:30 Uhr trifft Frankreich auf Korea und Titelverteidiger Schweden auf Belgien. In der Viertelfinalrunde um 19:30 Uhr spielt die deutsche Mannschaft gegen Spanien. Zeitgleich kommt es zum Aufeinandertreffen von den Niederlanden und Griechenland.
15:20 Uhr
In seiner besten Partie, die er jemals
in Viersen gespielt hat, schlägt Christian Rudolph den Vietnamesen
Anh Vu Doung eindrucksvoll, wenn auch nur mit 2:1 in Sätzen.
Rudolph erlangt einen Einzeldurchschnitt von 2,625 durch zwei
Satzsiege in 4 Aufnahmen und einem "schlechteren" Satz,
in dem er in 7 Aufnahmen "nur" 12 Punkte macht.

Martin Horn sah die ganze Zeit wie der sichere Sieger aus, holte
den ersten Satz deutlich mit 15:6. Auch im zweiten Satz baute
er die Führung immer weiter aus, als Chi Tranh Tran auf einen
"Fuchs", eine glückliche Karambolage auf einem
anderen als dem gewollten Weg, mit einer Serie von 8 den Deutschen
überholte. Trotzdem ließ sich Horn die Butter nicht
mehr vom brot nehmen und gewann mit 15:13 auch den zweiten Satz.
Die Schweden brillieren weiter. Torbjörn Blomdahl deklassierte seinen dänischen Kontrahenten mit 15:3 und 15:6 in insgesamt 9 Aufnahmen, einem Weltklassedurchschnitt von 3,333. Auch Tonny Carlsen hatte im Spiel gegen den Schweden Michael Nilsson nur zeitweise mithalten können und verlor am Ende deutlich mit 15:10 und 15:9. Die Dänen, als Vize-Weltmeister und Europameister gestartet konnten sich so nicht für die KO-Runde qualifizieren.
13:00 Uhr
Das Zeitlimit kostete die Türkei
bei der Team-Weltmeisterschaft im Dreiband-Billard in Viersen
den Gruppensieg und damit die Qualifikation für das Viertelfinale.
Dabei war die Ausgangssituation für die Türken ideal:
Gegen Frankreich hätte schon ein Unentschieden gereicht.
Dieses Unentschieden schien auch schon sicher, als Lüfti Cenet gegen Jérémy Bury im entscheidenden Satz mit 13:11 führte und am Tisch war. Aber Cenet überlegte lange, die Sekunden tickten herunter, Cenet überlegte noch immer bis plötzlich ein Ton das Überschreiten des 50-Sekunden-Limits signalisierte - Zeitstrafe für den Türken. Bury kam an den Tisch, machte die noch fehlenden vier Punkte und hatte gewonnen.
Durch diese Niederlage verpassten die Türken den Gruppensieg. Lachende Dritte waren die Spanier. Daniel Sanchez und Ricardo Garcia stehen dank des Missgeschicks von Cenet zu ihrer eigenen Überraschung nun doch unter den letzten acht.
Zuvor gewannen die Niederländer mit Dick
Jaspers und Raymond Burgman souverän gegen Japan und blieben
so ungefährdet Gruppensieger. Korea qualifizierte sich ebenfalls
in dieser Gruppe, der vierfache Mannschaftsweltmeister Japan muss
die Heimreise antreten.